.:Das Leben einer Müllkatze:.
Tage wie dieser...

Heute ist ein Tag, den sollte ich lieber aus dem Kalender streichen. Leider gibt es in letzter Zeit so viele davon, dass mein Jahr verflucht wenig Tage hätte...

Ich hab von ihr geträumt heute Nacht. Plötzlich war sie einfach da, als wäre sie nie weg gewesen. Wie ein Engel schlief sie in ihrer Seifenblase und sie lächelte so süß, wie es nur unschuldige Seelen können.
Das muss ein Traum sein, träumte ich. Aber nein, für diesen Moment war es real.
Unendliche Liebe, vollkommenes Glück und aber auch ein kleines bisschen Angst umgaben mich. Angst davor, sie erneut zu verlieren und zugleich unendlich dankbar, sie wieder zu haben. All meine Gebete schienen erhört worden zu sein und ich danke dem Herren für seine Güte.

Verwundert fiel mir eine zweite kleine Seifenblase auf, die seitlich an der ersten hing. Nanu, was machst du denn hier? Wer bist du denn? Was in dieser Blase war, konnte ich nicht recht erkennen. Ehrlich gesagt, war es mir nicht wichtig. Ich bemühte mich nicht weiter.

Mit ihr in der Hand stand ich da, schaute sie an, sprachlos und ein wenig neugierig sie zum ersten Mal aus der Nähe betrachten zu können. Sie war so bezaubernd schön. Ihr zartes rosiges Gesicht bedeckte ein weicher Flaum. Feine Wimpern waren auf ihren Liedern zu erkennen und auch die Augenbrauen zeichnetet sich schon ab. Ein Händchen lag an ihrer Wange. Sie hatte so winzige Finger und die Nase ihres Vaters. Ich lächelte.
Als sie die Lieder hob durfte ich zum ersten Mal die Augen meiner Tochter sehen. Sie hatten meine Farbe. Doch ihr Blick war nicht sanft und klar, so wie ich es erwartet hatte, sondern traurig und verschleiert. »Mama«, schienen ihre Augen zu flüstern...»Mama«...

Moment mal, dachte ich und fuhr erschrocken auf. Wieso kann die Kleine außerhalb meines Körpers leben? Das ist unmöglich! Warum ist sie nicht in meinem Bauch, wo sie hin gehört. Hier draußen stirbt sie doch! Geb sie zurück! Bitte, fleht ich.
Doch sie lag da, auf meiner Hand in ihrer Seifenblase. Dann schloss sie die Augen und verschwand jede Sekunde ein bisschen mehr.
Nein, schrie ich. Das ist kein Traum. Das darf kein Traum sein! Bleib hier, es tut mir leid. Geh bitte nicht fort...
6.6.07 16:53
 


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